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Nazizeit, Hitler, Judenverfolgung,
Konzentrationslager, Massenmorde.
All diese Wörter sind uns sehr wohl ein Begriff,
wir lesen
darüber in Büchern, sehen Dokumentationen im Fernsehen und
behandeln dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte
selbstverständlich auch im Unterricht.
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Doch die wahre Bedeutung dieser Worte kann uns
eigentlich gar nicht richtig bewusst werden, denn für uns, drei
Generationen nach der Schreckensherrschaft, liegt das alles so
fern und wir können überhaupt nicht richtig begreifen, was
alles in den Jahren zwischen 1933 und 1945 und in den
Nachkriegsjahren geschah.
Das war auch der Grund, dass sich am 20. April
2010 circa 120 Schülerinnen und Schüler im Volkshaus Wildau
versammelten. Eingeladen hatte uns der Verein Kulturlandschaft
Dahme-Spree, um mit Menschen zusammen zu treffen, die diese
Jahre unmittelbar erlebten oder gar unmittelbar von der
nationalsozialistischen Judenverfolgung und -vernichtung
betroffen waren.
Zu ihnen zählten auch Kinder ehemaliger
Zwangsarbeitern, die im Außenlager des Konzentrationslagers
Ravensbrück in Königs Wusterhausen vor allem in
rüstungsrelevanten Betrieben arbeiten mussten. Einblick
hierüber bot die Ausstellung "- Vergessen - Verdrängt -
Versöhnt, Orte der NS - Zwangsarbeit in der Region Dahme -
Spreewald".
Doch die von uns neugierig erwarteten Ehrengäste konnten leider
nicht kommen. Grund hierfür war die isländische Aschewolke,
die den gesamten Flugverkehr innerhalb Europas und darüber
hinaus über Tage lahm legte.
Um dennoch das geplante Vorhaben umzusetzen,
luden die Organisatoren einige Zeitzeugen des Jahres 1945 ein.
Interessanter weise nur Männer, die gepaart mit viel Emotionen,
eindringlich und beeindruckend über ihr Leben und ihre
Erfahrungen in der NS-Zeit berichteten. Und vor allem bei all
ihren persönlichen Erzählungen, Berichten und einzelnen
Episoden schonungslos ehrlich waren.
Die Zeitzeugenberichte waren zum Teil sehr
spannend und die kleinen Anekdoten teilweise wirklich witzig
erzählt.
Dennoch waren wir alle ein wenig enttäuscht.
Weniger über die Veranstaltung mit den Zeitzeugen des Jahres
1945, die aus Wildau, Zeuthen und Königs Wusterhausen kamen.
Vielmehr hätten wir natürlich auch sehr viel in Erfahrung
bringen wollen, über die Kinder der jüdischen Zwangsarbeiter
und ihr Leben in diesen Jahren und danach.
Die Veranstalter versprachen uns, dieses
Zusammentreffen mit den Kindern ehemaliger Zwangsarbeiter im
Außenlager Königs Wusterhausen schon bald nachzuholen.
Erwartungsvoll blicken wir diesem Zusammentreffen entgegen.
Marie Jussios, Klasse 12a, Gymnasium Villa
Elisabeth, Wildau
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