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Schuljahr
2009/2010

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 ARCHIV
 Schuljahr 2009/2010
Zeitzeugen berichten aus der NS-Zeit

20. April 2010

Wie Schüler Alltagsgeschichte im Volkshaus Wildau erleben

Nazizeit, Hitler, Judenverfolgung, Konzentrationslager, Massenmorde.

All diese Wörter sind uns sehr wohl ein Begriff, 
wir lesen darüber in Büchern, sehen Dokumentationen im Fernsehen und behandeln dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte selbstverständlich auch im Unterricht.

Doch die wahre Bedeutung dieser Worte kann uns eigentlich gar nicht richtig bewusst werden, denn für uns, drei Generationen nach der Schreckensherrschaft, liegt das alles so fern und wir können überhaupt nicht richtig begreifen, was alles in den Jahren zwischen 1933 und 1945 und in den Nachkriegsjahren geschah.

Das war auch der Grund, dass sich am 20. April 2010 circa 120 Schülerinnen und Schüler im Volkshaus Wildau versammelten. Eingeladen hatte uns der Verein Kulturlandschaft Dahme-Spree, um mit Menschen zusammen zu treffen, die diese Jahre unmittelbar erlebten oder gar unmittelbar von der nationalsozialistischen Judenverfolgung und -vernichtung betroffen waren.

Zu ihnen zählten auch Kinder ehemaliger Zwangsarbeitern, die im Außenlager des Konzentrationslagers Ravensbrück in Königs Wusterhausen vor allem in rüstungsrelevanten Betrieben arbeiten mussten. Einblick hierüber bot die Ausstellung "- Vergessen - Verdrängt - Versöhnt, Orte der NS - Zwangsarbeit in der Region Dahme - Spreewald".

Doch die von uns neugierig erwarteten Ehrengäste konnten leider nicht kommen. Grund hierfür war die isländische Aschewolke, die den gesamten Flugverkehr innerhalb Europas und darüber hinaus über Tage lahm legte.

Um dennoch das geplante Vorhaben umzusetzen, luden die Organisatoren einige Zeitzeugen des Jahres 1945 ein. Interessanter weise nur Männer, die gepaart mit viel Emotionen, eindringlich und beeindruckend über ihr Leben und ihre Erfahrungen in der NS-Zeit berichteten. Und vor allem bei all ihren persönlichen Erzählungen, Berichten und einzelnen Episoden schonungslos ehrlich waren.

Die Zeitzeugenberichte waren zum Teil sehr spannend und die kleinen Anekdoten teilweise wirklich witzig erzählt.

Dennoch waren wir alle ein wenig enttäuscht. Weniger über die Veranstaltung mit den Zeitzeugen des Jahres 1945, die aus Wildau, Zeuthen und Königs Wusterhausen kamen. Vielmehr hätten wir natürlich auch sehr viel in Erfahrung bringen wollen, über die Kinder der jüdischen Zwangsarbeiter und ihr Leben in diesen Jahren und danach.

Die Veranstalter versprachen uns, dieses Zusammentreffen mit den Kindern ehemaliger Zwangsarbeiter im Außenlager Königs Wusterhausen schon bald nachzuholen.
Erwartungsvoll blicken wir diesem Zusammentreffen entgegen.

Marie Jussios, Klasse 12a, Gymnasium Villa Elisabeth, Wildau

 

 

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