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Juden
im Untergrund und ihre Helfer
Marie Jalowicz, verh. Simon (1922-1998): Ich musste in die
"Illegalität" |
In den zurückliegenden drei
Schuljahren setzten sich Schülerinnen und Schüler des
Gymnasiums Villa Elisabeth unter der Leitung von Dr.
Fleischhacker mit der Frage auseinander, wie es Juden während
der nationalsozialistischen Herrschaft gelang, der Deportation
zu entkommen und unterzutauchen. Vor Beginn der Deportation
1941/42 ca. 160.000 Juden in Deutschland, davon 73.000 Juden in
Berlin. In Berlin gingen etwa 5000 bis 7000 Juden in den
Untergrund. Zu ihnen zählte auch Marie Jalowicz.
Das Schülerprojekt geht nun in seine Endphase, der Konzipierung
und Umsetzung einer Wanderausstellung. Die Ausstellung wird sich
mit ausgewählten Lebensausschnitten von Marie Jalowicz als
junge Zwangsarbeiterin in den Siemens Wernerwerke Berlin -
Spandau beschäftigen. Im Spätsommer 1941 entschied sich Marie
unterzutauchen und sich damit der NS-Herrschaft zu widersetzen.
In Zeuthen kam ihr dabei die Artisten Familie Fiochi zur Hilfe.
Das Projekt zeichnet nach, wie es Marie gelang, bei der
Zeuthener Artistenfamilie Fiochi unterzutauchen. Marie konnte
durch die Aufnahme bei den Fiochi's überleben. Für die
Artistenfamilie bedeutete der Unterschlupf, den sie Marie
gewährten, ein höchstgefährliches Unterfangen.
Das Projekt zeigt auch den Mut von Marie Jalowicz, sich der
Diffamierung und Ausgrenzung zu widersetzen.
Das Schülerprojekt ist ein Bestandteil des
Kooperationsvertrages zwischen der Stiftung Neue Synagoge Berlin
- Centrum Judaicum, und dem Gymnasium Villa Elisabeth.
Die Projektschüler freuen sich besonders über die Zusage der
Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes
Brandenburg, Prof. Dr. Johanna Wanka die Schirmherrschaft über
die Wanderausstellung zu übernehmen.
Gemeinsam mit Dr. Fleischhacker hatten wir kürzlich die
Gelegenheit, Frau Ministerin Wanka in einem Gespräch über die
Ausstellungskonzeption und deren gestalterische Umsetzung zu
informieren. Frau Ministerin Wanka zeigte sich außerordentlich
interessiert an dem Ausstellungsvorhaben und sagte ihre
Unterstützung zu. Als Dank für das Engagement überreichten
wir Frau Ministerin Wanka ein bildnerisches Kunstwerk, entworfen
und umgesetzt von einer Schülerin unseres Gymnasiums.
Gregor Schäfer, 13a |