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Schuljahr
2007/2008

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 ARCHIV
 Schuljahr 2007/2008
 

Vier unvergessliche Tage im geschichtsträchtigen und pulsierenden Dublin
Klassen 11

 

Nachdem wir im April eine Gruppe der irischen St. Colmcille's Schule aus dem Dubliner Vorort Knocklyon zu Gast hatten, entstand bei den Schülern der 11. Klasse spontan der Wunsch, den Besuch noch in diesem Schuljahr zu erwidern. Die Schulleitung war sofort bereit, dieses Vorhaben zu unterstützen, und so fanden sich kurzfristig 10 Schüler, die in Begleitung von Herrn Dr. Klein die Reise antraten. In bester Laune traf man sich am Nachmittag des 22. Mai am Flughafen Schönefeld, wo allerdings gleich eine Flugverspätung angekündigt wurde, so dass sich die Ankunft um gut zwei Stunden verschob. In Dublin regnete es dann auch noch, was uns aber nicht davon abhielt, die nähere Umgebung unserer Unterkunft zu erkunden und das Abendessen nachzuholen. Am nächsten Morgen schien dann schon wieder die Sonne, und so sollte es auch für die ganze restliche Zeit unseres Aufenthalts bleiben - für Dubliner Verhältnisse höchst ungewöhnlich. Der erste Tag stand ganz im Zeichen des Besuchs an der St. Colmscille's Schule, wo wir sehr herzlich empfangen wurden. Der Schulleiter, Mr. John McKennedy, und Miss Mary O'Farrell, die uns bereits mit ihrem Deutschkurs besucht hatte, begrüßten uns zusammen mit einer Gruppe von Schülern, von denen etwa die Hälfte bereits alte Bekannte waren. So gab es denn auch keinerlei Hemmungen, sofort miteinander ins Gespräch zu kommen. Je zwei unserer Schüler wurden von zwei der irischen Schüler durch die erst im Jahr 2000 eröffnete und sehr gut ausgestattete Schule geführt, wobei es auch Gelegenheit gab, kurz in den Unterricht hineinzuschauen. Zum Abschluss gab es ein schmackhaftes gemeinsames Mittagessen, das von den Schülern zubereitet worden war. Viel zu früh mussten wir wieder Abschied nehmen, doch gingen wir mit der Hoffnung, dass dies erst der Anfang einer zukünftigen engeren Beziehung war. Am Nachmittag begleitete uns einer der Schüler auf unserem ersten Erkundungsgang durch Dublin, wo wir zunächst das angesehene Trinity College besichtigten, wo auch das berühmte Book of Kells ausgestellt ist, und dann im irischen Nationalmuseum faszinierende Gegenstände aus der irischen Geschichte bewundern konnten. Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft konnte auch schon die eine oder andere Einkaufsgelegenheit ausgemacht werden. In Anbetracht der recht hohen Preise in irischen Restaurants versorgten sich die Schüler mit Lebensmitteln und bekochten sich selber in der Küche des Hostels. Diese Unterkunft, der Jacob's Inn auf der Nordseite der Liffey, war zwar recht einfach ausgestattet, erwies sich aber auf Grund der zentralen Lage als geradezu ideal für unsere Unternehmungen: fast alles war von dort aus zu Fuß zu erreichen und auch die von uns benutzten öffentlichen Verkehrsmittel waren nur wenige Minuten entfernt.

Der nächste Tag sollte uns einen Einblick in die Geschichte Dublins verschaffen, und so besuchten wir den ursprünglich von einer Stadtmauer umgebenen alten Stadtkern, der auf eine Wikingersiedlung zurückgeht. Höhepunkte waren die City Hall mit ihrer Ausstellung über die Geschichte Dublins, die Burg mit der großartigen Chester Beatty Library sowie die beiden (!) Kathedralen. Auf dem Rückweg besichtigten wir auch noch das National Post Office, Ort des Osteraufstands von 1916 gegen die britische Herrschaft, sowie die lebensgroße Statue von James Joyce, des weltberühmten, aber erst nach seinem Tod in seiner Heimatstadt zur Anerkennung gelangten Schriftstellers. Nach einer Erholungspause ging es dann am Abend in einen irischen Pub, wo wir miterleben konnten wie fröhlich die Dubliner, aber auch zahlreiche angereiste Briten, das Wochenende feierten. Bei dieser guten Stimmung und der offenen Art der Iren war es auch nicht schwer, mit anderen Gästen in Kontakt zu kommen und eventuell noch vorhandene Hemmungen, Englisch zu sprechen, zu verlieren. Da am Sonntag nur eingeschränkte Besichtigungsmöglichkeiten bestanden, nutzten wir den Tag zu einem Ausflug an die Küste nach Sandycove, bekannt durch das erste Kapitel von James Joyce' Roman Ulysses. Von dort ging es weiter zu Fuß in südlicher Richtung, wobei wir sowohl die Villen der Dubliner Millionäre als auch immer wieder die schöne Landschaft bewundern konnten. Erst gegen Abend trat die recht erschöpfte Gruppe die Rückreise an. Diejenigen, die noch nicht zu müde waren, besuchten noch den Filmabend im Hostel, wo allerdings kein irischer, sondern ein amerikanischer Film gezeigt wurde.

Der letzte Tag war der Architektur und den Künsten gewidmet: Dublin verfügt über eines der größten erhaltenen Wohngebiete aus dem 18. Jahrhundert, wo seit jeher nicht nur die Wohlhabenden, sondern auch viele Künstler gewohnt haben. Vielen von ihnen, zum Beispiel Oscar Wilde, dessen Haus noch erhalten ist, wurde in den angrenzenden Parks ein Denkmal gesetzt. Die Schüler zeigten sich tief beeindruckt von der Anlage dieser Parks, die seit gut 250 Jahren sorgfältig gepflegt werden. Den Abschluss bildete ein Besuch der National Gallery, in der die irische Kunst natürlich einen Schwerpunkt bildet, die aber auch über sehr eindrucksvolle Sammlungen europäischer Kunst seit dem Mittelalter verfügt. Die Schüler waren erstaunt, hier einem holländischen Stilleben wieder zu begegnen, das ihnen bereits im Kunstunterricht als Vorlage gedient hatte. Nach all diesen kulturellen Anstrengungen gab es dann noch Zeit für das von einigen langersehnte "Shopping", für das man sich von den irischen Schülern den einen oder anderen Tip geholt hatte.

Schon früh am nächsten Morgen mussten wir die Rückreise antreten - passenderweise wieder bei Regen. In die Freude über die Rückkehr in vertraute Gefilde mischte sich aber auch etwas Wehmut, dass wir nun von dieser schönen Stadt und ihren freundlichen Bewohnern Abschied nehmen mussten. Vielleicht wird es ja für den einen oder anderen ein Wiedersehen geben ...

 

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